Flugplätze in Europa finden: Pisten, Frequenzen, Platzrunden
Kurz gesagt: Flugplätze in Europa findest du am schnellsten über die ICAO-Kennung oder den Namen in einer Flugplanungs-App. Verbindlich sind aber die Angaben im Luftfahrthandbuch (AIP) des jeweiligen Landes, Teil AD, plus die aktuellen NOTAM. Prüfe vor jedem Flug an einen fremden Platz mindestens sechs Punkte: Pisten mit Länge und Belag, Frequenz, Betriebszeiten und PPR, Platzrunde mit Höhe, Besonderheiten und Ausweichplatz.
Ein fremder Flugplatz fühlt sich am Schreibtisch oft einfacher an als im Anflug. Auf der Karte ist es ein Kreis mit Kennung, im Anflug eine Graspiste hinter einem Waldrand, eine Platzrunde, die anders liegt als gedacht, und eine Frequenz, die du dir besser vorher notiert hättest.
Dieser Beitrag zeigt, wo du Flugplätze in Europa findest, welche Angaben du vor dem Flug wirklich prüfen musst und welche Quelle dabei gilt. Am Ende zeigen wir, wie EuroPilot Connect die Suche und den Überblick abkürzt. Wir entwickeln die App; dieser Teil beschreibt also unser eigenes Produkt und ist kein unabhängiger Test.


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Wie findest du Flugplätze in Europa?
Einen Flugplatz findest du über drei Wege: die ICAO-Kennung, den Namen oder die Karte. Die ICAO-Kennung hat vier Buchstaben, und die ersten beiden verraten das Land: ED steht für Deutschland, LO für Österreich, LS für die Schweiz, LF für Frankreich, LI für Italien. Bad Waldsee-Reute heißt deshalb EDMZ, Friedrichshafen EDNY.
Viele kleine Ultraleicht- und Segelfluggelände haben gar keine ICAO-Kennung. Die findest du nur über den Namen oder die Karte. Suche deshalb nicht allein nach Kennungen, wenn dein Ziel ein kleiner Grasplatz ist.
| Suchweg | Gut für | Grenze |
|---|---|---|
| ICAO-Kennung | eindeutige Treffer, schnelle Eingabe | kleine Gelände ohne Kennung fehlen |
| Name | Plätze, deren Kennung du nicht kennst | Namen sind mehrdeutig, etwa mehrere Plätze in einer Region |
| Karte | Ausweichplätze entlang der Route, Plätze ohne Kennung | du siehst nur, was im Ausschnitt liegt |
Welche Quelle ist für Flugplatzangaben verbindlich?
Verbindlich ist das Luftfahrthandbuch (AIP, Aeronautical Information Publication) des Landes, in dem der Platz liegt, zusammen mit den aktuellen NOTAM. Der Teil AD (Aerodromes) enthält die Angaben zu den Flugplätzen: Pisten, Frequenzen, Betriebszeiten, Platzrunde, Besonderheiten. Für VFR-Plätze in Deutschland stellt die DFS die AIP VFR Deutschland online bereit, mit einem eigenen Teil AD Flugplätze.
Jedes Land hat seinen eigenen Herausgeber. EUROCONTROL führt ein Verzeichnis der Luftfahrtinformationsdienste mit den Adressen je Staat. Drei Beispiele aus der Nachbarschaft:
| Land | Herausgeber | Fundstelle |
|---|---|---|
| Deutschland | DFS Deutsche Flugsicherung | AIP VFR online |
| Österreich | Austro Control | eAIP Austria |
| Frankreich | Service de l'Information Aéronautique (SIA) | sia.aviation-civile.gouv.fr |
Nicht jedes Gelände steht in der AIP. Fehlt ein Platz dort, etwa ein kleines Ultraleichtgelände, gelten die Angaben des Platzhalters; ruf dann vor dem Flug an.
In der Schweiz veröffentlicht skyguide die Luftfahrtinformationen; den Zugang findest du über das EUROCONTROL-Verzeichnis.
Die Pflicht dahinter steht in SERA.2010 der EU-Verordnung 923/2012: Vor jedem Flug machst du dich mit allen verfügbaren Informationen vertraut, die für den geplanten Flug von Bedeutung sind. Für Flüge, die aus der Umgebung eines Flugplatzes hinausführen, gehören dazu ausdrücklich aktuelle Wettermeldungen und Vorhersagen, der Kraftstoffbedarf und eine Alternative für den Fall, dass der Flug nicht wie geplant zu Ende geführt werden kann.
Was musst du vor dem Flug an einen fremden Platz prüfen?
Prüfe vor jedem Flug an einen fremden Flugplatz mindestens diese sechs Punkte im AIP und in den NOTAM:
- Pisten. Richtung (zum Beispiel 14/32), Länge, Breite und Belag. 660 Meter Gras wie auf unserem Heimatplatz EDMZ fliegen sich anders als 1.000 Meter Asphalt, besonders bei nassem Gras oder hoher Dichtehöhe.
- Frequenz. Die Funkfrequenz des Platzes, dazu Informations- oder Kontrollfrequenzen der Umgebung. Notiere sie, bevor du startest.
- Betriebszeiten und PPR. PPR (Prior Permission Required) heißt: Landung nur nach vorheriger Erlaubnis des Platzhalters. Viele kleine Plätze sind nur zu bestimmten Zeiten besetzt oder verlangen eine Anmeldung per Telefon.
- Platzrunde. Lage, Höhe und Richtung der Platzrunde sowie Lärmschutzauflagen und zu meidende Ortschaften.
- Besonderheiten. Segelflugbetrieb mit Windenstart, Fallschirmsprung, Hindernisse im Anflug, Steigungen in der Piste, Wildwechsel.
- Ausweichplatz. Ein zweiter Platz in erreichbarer Entfernung, für den du dieselben Punkte kurz geprüft hast.
Zum Schluss kommen die NOTAM für Ziel- und Ausweichplatz. Eine gesperrte Piste oder geänderte Betriebszeiten stehen dort und nicht im AIP. Wie du NOTAM liest, steht im Beitrag zur NOTAM-App für VFR.
Was ist bei Flugplätzen im Ausland anders?
Im Ausland gilt die AIP des Ziellandes, nicht die deutsche. Die Gliederung der AIP ist dank der ICAO-Vorgaben überall gleich (GEN, ENR, AD), die Inhalte und Regeln unterscheiden sich aber. Drei Unterschiede überraschen am häufigsten:
- Sprache. Die AIP vieler Länder erscheint in der Landessprache und auf Englisch. Funk an kleinen Plätzen läuft oft in der Landessprache; welche Sprachen zulässig sind, steht in der Regel im AD-Teil des Platzes.
- Grenze und Zoll. Die Schweiz gehört zum Schengen-Raum, aber nicht zur Zollunion der EU. Großbritannien gehört zu keinem von beiden. Für solche Flüge gelten besondere Anforderungen an Ziel- und Startplatz; die Bedingungen stehen im Teil GEN und AD der jeweiligen AIP.
- Höhenangaben. Platzrundenhöhen stehen je nach Land und Karte über dem Meeresspiegel oder über dem Platz. Lies immer mit, welcher Bezug gemeint ist.
Wenn eine Angabe unklar ist, ruf am Platz an. Die Telefonnummer steht im AD-Teil, und der Platzhalter weiß meist mehr über Bahnzustand und Betrieb am Wochenende als jede Datenbank.
Wie hilft eine Flugplatz-App bei der Suche?
Eine Flugplatz-App ersetzt die AIP nicht, sie spart dir den Weg dorthin bei den häufigen Fragen. Der Gewinn liegt in drei Dingen: Du findest den Platz schneller, siehst ihn im Zusammenhang mit deiner Route und hast die wichtigsten Angaben auch im Flug zur Hand.
So läuft das in EuroPilot Connect:
- Suche. Du findest Flugplätze über ICAO-Kennung, IATA-Kennung oder Namen mit Autovervollständigung und übernimmst ihn direkt als Start, Wegpunkt oder Ziel in die Route.
- Karte. Flugplätze aller Arten stehen mit Frequenz und Platzhöhe auf der Karte, dazu Pisten maßstabsgetreu mit Bahnkennung, VFR-Meldepunkte, Navigationshilfen und detaillierte Flugplatzgrundrisse aus OpenStreetMap. Was die Kartendarstellung leistet und wo sie sich von der amtlichen Kartenausgabe unterscheidet, steht im Beitrag zur digitalen ICAO-Karte.
- Platzrunden. Für Deutschland und Frankreich lassen sich die Platzrunden von zusammen 470 Flugplätzen laden, ein älterer Bestand deckt zusätzlich Plätze in Österreich und der Schweiz ab. Die Linien sind ein Vektorabzug der AIP-VFR-Karte, zeigen keine Umlaufrichtung und sind nicht zur Navigation freigegeben. Platzrunden dienen der visuellen Orientierung und ersetzen keine amtliche Veröffentlichung. Warum das so ist, erklärt der Beitrag Platzrunden in der App.
- Im Flug. Das Heads-up-Display zeigt nahe Flugplätze mit Frequenzen und Pisten. Für einen Ausweichplatz musst du also nicht erst suchen.
- Offline. Ein Länderpaket enthält Karte, Gelände, Flugplätze, Lufträume, Pisten, Meldepunkte und Platzrunden. Einmal geladen, stehen diese Daten auch ohne Empfang zur Verfügung. Mehr dazu im Beitrag zur Offline-Flugnavigation.
Zu den Zahlen, nach unserer eigenen Zählung im ausgelieferten Gerätepaket (September 2026): 4.724 Pisten an 3.784 Flugplätzen in Europa, Luftfahrtdaten für 36 Länder im täglichen Abgleich.
Woher die Daten kommen, gehört zu jeder Flugplatz-App dazu. Der Datenbestand von EuroPilot Connect stammt in erster Linie von KEYVAN Aviation über eine kommerzielle ARINC-424-Lizenz und wird durch openAIP und open flightmaps ergänzt. Das EASA-Zertifikat als Datenlieferant (EASA.AOA.DAT.033, Typ 1) gehört KEYVAN, nicht der App. EuroPilot Connect ist kein zugelassenes Avioniksystem und ersetzt keine zertifizierte Bordausrüstung. Bei kleinen Plätzen kann eine Graspiste in einer Datenquelle fehlen oder anders geführt sein als im AIP. Deshalb gilt auch hier: Die App ist die Abkürzung, die AIP ist die Quelle.
EuroPilot Connect ist aus dem Sport- und Segelfliegerclub Bad Waldsee-Reute heraus entstanden, zu Hause auf EDMZ, 660 Meter Gras, Bahn 14/32, nicht am Reißbrett einer Softwarefirma. Viele im Team haben eine Pilotenlizenz, geflogen und erprobt wird auf Bristell LSA, Comco Ikarus C42 C und Robin DR400, also quer über Ultraleicht und Echo-Klasse.
Wie bereitest du einen Flug an einen fremden Platz vor? (Schritt für Schritt)
- Platz finden. In der App über Kennung oder Namen suchen und als Ziel in die Route übernehmen.
- Ausweichplatz wählen. Auf der Karte entlang der Strecke und am Ziel einen zweiten Platz aussuchen.
- AD-Teil lesen. Für beide Plätze die AIP des Landes öffnen: Pisten, Frequenz, Betriebszeiten, PPR, Platzrunde, Besonderheiten.
- Anmelden. Bei PPR oder unklaren Betriebszeiten am Platz anrufen.
- NOTAM und Wetter. Für Ziel- und Ausweichplatz kurz vor dem Flug frisch abfragen. Wie das mit METAR und TAF geht, steht im Beitrag zum Flugwetter-Briefing.
- Notieren. Frequenz, Platzhöhe, Pistenrichtung und Platzrundenhöhe auf das Kniebrett oder in den Flugdurchführungsplan.
- Länderpaket laden. Vor dem Flug das Land offline laden, damit Karte und Platzliste auch im Funkloch da sind.
Die ganze Routenplanung mit Flugplan-PDF erklärt der Beitrag zur VFR-Flugplanung per App.
Welche Fehler passieren bei fremden Flugplätzen typischerweise?
- Nur die Pistenlänge gelesen. Belag, Steigung und Hindernisse im Anflug machen bei kurzen Graspisten oft den Unterschied.
- PPR übersehen. Der Platz ist geöffnet, aber nicht für dich, weil die Anmeldung fehlt.
- Höhenbezug verwechselt. Platzrundenhöhe über Grund mit Höhe über dem Meeresspiegel vertauscht.
- Datenbank statt AIP. Eine App-Angabe ungeprüft übernommen, obwohl die AIP oder ein NOTAM etwas anderes sagt.
- Kein Ausweichplatz. Der Zielplatz ist gesperrt oder das Wetter dort schlechter, und es gibt keinen geprüften Plan B.
Häufige Fragen zu Flugplätzen in Europa
Wo finde ich die Frequenz eines Flugplatzes? Verbindlich im AD-Teil der AIP des jeweiligen Landes, in Deutschland in der AIP VFR der DFS. Viele Flugplanungs-Apps zeigen die Frequenz zusätzlich auf der Karte. Prüfe vor dem Flug die NOTAM, denn auch Frequenzen können sich kurzfristig ändern.
Was bedeutet PPR an einem Flugplatz? PPR steht für Prior Permission Required. Du darfst dort nur nach vorheriger Erlaubnis des Platzhalters landen, meist nach einem Anruf. Die Bedingungen stehen im AD-Teil der AIP.
Haben alle Flugplätze eine ICAO-Kennung? Nein. Viele Ultraleicht- und Segelfluggelände haben keine ICAO-Kennung. Du findest sie über den Namen oder auf der Karte.
Ist die Flugplatzangabe in einer App verbindlich? Nein. Verbindlich sind die AIP des Landes und die aktuellen NOTAM. Eine App hilft beim Finden und Einordnen, ersetzt aber nicht den Blick in die amtliche Quelle.
Wo finde ich die AIP anderer europäischer Länder? EUROCONTROL führt ein Verzeichnis der Luftfahrtinformationsdienste mit den Adressen je Staat. Für Österreich ist es zum Beispiel die eAIP von Austro Control, für Frankreich der SIA.
Habe ich die Flugplatzdaten in EuroPilot Connect auch ohne Empfang? Ja, sobald du das Länderpaket geladen hast. Es enthält unter anderem Flugplätze, Pisten und Platzrunden. NOTAM und Wetter brauchen dagegen eine Verbindung, um aktuell zu sein.
Fazit
Einen Flugplatz in Europa zu finden dauert Sekunden, ihn richtig vorzubereiten ein paar Minuten mehr. Die feste Reihenfolge hilft: Platz und Ausweichplatz wählen, AD-Teil der AIP lesen, bei PPR anrufen, NOTAM und Wetter frisch holen, die wichtigsten Werte notieren. Die AIP des Landes bleibt die Quelle, eine App macht den Weg dorthin kürzer.
Wenn du Flugplätze, Pisten und Platzrunden künftig direkt auf deiner Route sehen willst, kannst du EuroPilot Connect 30 Tage kostenlos testen.
Weiterführend, amtlich: die AIP VFR Deutschland der DFS, das EUROCONTROL-Verzeichnis der Luftfahrtinformationsdienste und die Pflicht zur Flugvorbereitung in SERA.2010 bei der EASA.
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