EuroPilot Connect

Platzrunden in der App anzeigen: was die Linie zeigt

Aktualisiert am 8. September 2026 · Tim Krauss

Kurz gesagt: Eine App kann dir die Platzrunde als Linie auf die Karte zeichnen, und das hilft bei der Orientierung im Anflug auf einen fremden Platz. Verbindlich ist diese Linie nicht. Verbindlich ist in Deutschland die nach § 22 LuftVO getroffene Regelung, so wie sie in den Nachrichten für Luftfahrer bekannt gemacht ist. Die Linie in der App ist eine Zeichnung dieser Regelung, nicht die Regelung selbst.

Wer „Platzrunde App" sucht, will meistens etwas sehr Praktisches: den Verlauf am fremden Platz vorher sehen, statt ihn sich aus einer PDF-Karte zusammenzureimen. Was dabei kaum jemand dazusagt, ist die Frage dahinter. Woher kommt diese Linie eigentlich, und darf ich nach ihr fliegen?

Dieser Beitrag beantwortet beides. Er zeigt, wie die Platzrundenanzeige in EuroPilot Connect funktioniert, und er legt offen, woher unsere Daten stammen und wo sie aufhören. Ich habe die App selbst gebaut, neutral bin ich also nicht. Genau deshalb steht die ehrliche Hälfte hier weiter oben als die werbliche.

EuroPilot Connect ist aus dem Sport- und Segelfliegerclub Bad Waldsee-Reute heraus entstanden, zu Hause auf EDMZ, 660 Meter Gras, Bahn 14/32, nicht am Reißbrett einer Softwarefirma. Viele im Team haben eine Pilotenlizenz, geflogen und erprobt wird auf Bristell LSA, Comco Ikarus C42 C und Robin DR400, also quer über Ultraleicht und Echo-Klasse.

Wie zeigt EuroPilot Connect die Platzrunde an?

Du schaltest in der Ebenen-Übersicht der Karte „Traffic Patterns" ein. Ab Zoomstufe 9 erscheinen die Platzrundenlinien und die Anflugstrecken als durchgezogene Linien, die Abflugstrecken gestrichelt, ab Zoomstufe 10 kommen die Warteräume dazu, weiter gestrichelt.

Beim Hineinzoomen kommt die Höhe dazu. An 462 der 470 Plätze zeichnen wir dafür die originale Kartenschrift als georeferenzierte Buchstaben, also das Schriftbild der Anflugkarte an genau der Stelle, an der es dort auch steht: an 363 deutschen und an 99 der 100 französischen Plätze. Fehlt diese Kartenschrift und liegt uns trotzdem eine Höhe vor, setzen wir sie als eigenen, aufrecht stehenden Text neu; das betrifft derzeit genau einen Platz. An den übrigen sieben Plätzen steht an der Linie gar keine Höhe.

Die Platzrunden gehören zum Offline-Länderpaket. Lädst du ein Land herunter, sind sie ohne Empfang verfügbar, zusammen mit Basiskarte, Gelände, Flugplätzen, Lufträumen, Navaids, Bahnen und Meldepunkten. Wie dieser Offline-Betrieb insgesamt funktioniert, steht ausführlich in unserem Beitrag zur Offline-Flugnavigation ohne Empfang.

Woher kommt die Linie auf dem Bildschirm?

Unsere Platzrunden sind ein Vektorabzug der AIP-VFR-Karte, geliefert von KEYVAN Aviation als eigene Kartenlieferung. Sie sind ausdrücklich nicht die amtliche Veröffentlichung selbst, sondern ein Abzug davon über einen kommerziellen Zwischenhändler.

Diese Unterscheidung ist uns wichtig genug, dass sie im Datensatz selbst steht. Jede Platzrundenlinie aus der KEYVAN-Lieferung trägt diesen Hinweis mit sich:

„Platzrunden dienen der visuellen Orientierung und ersetzen keine amtliche Veröffentlichung."

Ganz sauber ist die Ebene damit aber noch nicht beschrieben, denn sie zeigt zwei Bestände übereinander. Neben dem KEYVAN-Abzug zeichnet dieselbe Ebene einen älteren, selbst gepflegten Bestand: rund 500 weitere Rundenlinien, dazu die An- und Abflugstrecken und die Warteräume. Wo eine KEYVAN-Runde vorliegt, wird der Altbestand an diesem Platz ausgeblendet, sonst bleibt er stehen. Dieser Altbestand trägt den Herkunftsvermerk oben nicht mit, und er ist weniger dicht.

Die KEYVAN-Geometrie übernehmen wir roh. Wir drehen sie nicht, wir verschieben sie nicht und wir zeichnen sie nicht nach. Von Hand nachgezogen haben wir die Zuordnung an zwei Stellen: an EDKA, wo Außen- und Innenrunde vertauscht auf Asphalt und Gras lagen, und an LFMS, dessen Runde in der Lieferung unter der Kennung eines 288 Kilometer entfernten Platzes geführt war. Sonst liegt jede Linie exakt dort, wo die Lieferung sie hat.

Eines nehmen wir aus dem Rohchart heraus, nämlich die Höhenangaben, die dort als Buchstabenumrisse gezeichnet sind. Die legen wir als eigene Ebene wieder darüber. Und eines kommt hinzu, das solltest du wissen: Die Höhenzahl im Datensatz stammt nicht aus dem KEYVAN-Chart, sondern aus unserem älteren Bestand, an 62 deutschen Plätzen von Hand an der Sichtflugkarte abgelesen. „Roh übernommen" gilt also für die Geometrie, nicht für die Höhe.

Das hat eine Kehrseite, die du kennen solltest: Wir korrigieren damit auch keine Lagefehler der Lieferung. Wo eine Runde relativ zur Bahn versetzt liegt, liegt sie in der App genauso versetzt. Wir hatten eine automatische Ausrichtung auf die Bahnschwellen gebaut und nach einem Vergleich von 200 Platzbildern wieder verworfen, weil die Rohlage in der Mehrzahl der Fälle besser passte als die nachträglich gedrehte. Das ist eine bewusste Entscheidung für die unverfälschte Quelle und gegen kosmetische Nachbesserung, aber sie heißt eben auch, dass die Linie ein Abbild der Lieferung ist und keine geprüfte Wahrheit.

Zum Umfang, selbst nachgezählt und nicht aus einer Broschüre übernommen: Der KEYVAN-Abzug umfasst 5.572 Linienstücke an 470 Flugplätzen, davon 370 in Deutschland und 100 in Frankreich. Derselbe Bestand liegt zusätzlich fest in der App, damit die Ebene auch vor dem ersten Länderdownload etwas zeigt. Der ältere Bestand ergänzt rund 160 weitere deutsche Plätze, dazu rund 50 in Österreich und rund 39 in der Schweiz sowie einzelne Plätze in Tschechien, den Niederlanden, Luxemburg und Ungarn.

Was das über die Datenherkunft insgesamt sagt

Der Datenbestand von EuroPilot Connect kommt primär von KEYVAN Aviation über eine kommerzielle ARINC-424-Lizenz, ergänzt durch openAIP und open flightmaps. KEYVAN ist einer von sieben Betrieben mit einem Zertifikat für Datendienste (DAT) in der EASA-Liste der zugelassenen ATM/ANS-Organisationen, Stand 2. Juli 2026, Zertifikat EASA.AOA.DAT.033, Typ 1, ausgestellt am 10. Februar 2022.

Drei Einordnungen dazu, damit daraus kein falscher Eindruck entsteht. Erstens gehört dieses Zertifikat dem Datenlieferanten und seinem Prozess, nicht uns: EuroPilot Connect ist kein zugelassenes Avioniksystem und ersetzt keine zertifizierte Bordausrüstung. Zweitens bedeutet Typ 1, dass die Datenbank die Datenqualitätsanforderungen erfüllt, ohne dass die Verträglichkeit mit einer bestimmten zugelassenen Bordanwendung festgestellt wurde. Drittens sind die Platzrunden gerade nicht Teil der ARINC-424-Lieferung, denn ARINC 424 kennt keine VFR-Platzrunden. Sie kommen als separate Kartenvektor-Lieferung, und deshalb gelten für sie die Einschränkungen in diesem Beitrag und nicht die Güte des ARINC-Bestands.

Ist die Platzrunde in der App verbindlich?

Nein. Verbindlich ist die Bekanntmachung für deinen Platz, nicht die Darstellung in einer App. Die Rechtslage dazu ist klarer, als das Netz vermuten lässt.

Die europäische Grundregel steht in SERA.3225, „Flugbetrieb auf einem Flugplatz und in dessen Umgebung", der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 923/2012. Die EASA gibt den konsolidierten Text als Easy Access Rules for SERA heraus, das ist eine Lesefassung, verbindlich ist der Verordnungstext selbst. Wer ein Luftfahrzeug auf einem Flugplatz oder in dessen Umgebung führt, ist danach verpflichtet, den Flugplatzverkehr zu beobachten, um Zusammenstöße zu vermeiden, sich in den Verkehrsfluss einzufügen oder sich erkennbar aus ihm herauszuhalten, außer im Fall von Ballonen Richtungsänderungen beim Landeanflug und nach dem Start in Linkskurven auszuführen, sofern nicht eine andere Regelung getroffen ist oder eine anderweite Anweisung der Flugverkehrskontrolle erfolgt, und, ebenfalls außer im Fall von Ballonen, gegen den Wind zu landen und zu starten, sofern nicht aus Sicherheitsgründen, wegen der Ausrichtung der Piste oder aus Rücksicht auf den Flugbetrieb eine andere Richtung vorzuziehen ist.

Der Halbsatz zur Flugverkehrskontrolle ist wichtig und wird oft weggelassen: An einem Platz mit Flugverkehrskontrollstelle kann dir die Kontrollstelle Rechtsverkehr im Einzelfall anweisen, auch wenn nichts dergleichen veröffentlicht ist.

In Deutschland kommt die Luftverkehrs-Ordnung dazu, und zwar in drei Schritten:

NormWas dort steht
§ 22 LuftVOAn Flugplätzen mit Flugverkehrskontrollstelle kann die Flugsicherungsorganisation besondere Regelungen für den Flugplatzverkehr treffen. Für alle anderen Flugplätze trifft sie die für die Genehmigung zuständige Luftfahrtbehörde des Landes, auf Grundlage einer gutachtlichen Stellungnahme der Flugsicherungsorganisation.
§ 23 Abs. 1 Nr. 1 LuftVOWer ein Luftfahrzeug auf einem Flugplatz oder in dessen Umgebung führt, ist über SERA.3225 hinaus verpflichtet, die in den Nachrichten für Luftfahrer bekannt gemachten Anordnungen der Luftfahrtbehörden zu beachten, insbesondere die nach § 22 getroffenen besonderen Regelungen.
§ 44 Abs. 1 Nr. 19 LuftVOWer vorsätzlich oder fahrlässig einer Vorschrift des § 23 Abs. 1 Nr. 1 zuwiderhandelt (neben weiteren dort genannten Nummern), handelt ordnungswidrig im Sinne des § 58 Abs. 1 Nr. 10 LuftVG.

Die Kette ist also: Die Behörde legt fest, die Festlegung wird in den Nachrichten für Luftfahrer bekannt gemacht, und ihre Beachtung ist Pflicht. Eine App steht in dieser Kette an keiner Stelle.

Ein Hinweis zu einer verbreiteten Fehlinformation. Wer im Netz sucht, findet mehrere Seiten mit der Aussage, Platzrunden seien nicht verbindlich, meist mit Verweis auf § 21a LuftVO. Dieser Verweis geht ins Leere: In der seit 2015 geltenden Fassung der LuftVO regelt § 21a Verfahren und Zuständigkeiten für unbemannte Fluggeräte in der Betriebskategorie „offen". Der Flugplatzverkehr steht in Abschnitt 6, also in den §§ 22 bis 26. Prüf solche Aussagen im Zweifel am Verordnungstext selbst, verlinkt ist er oben.

Das hier ist keine Rechtsberatung, und dieser Beitrag ersetzt für keinen einzelnen Platz die Lektüre der Bekanntmachung. Er soll dir nur zeigen, wo du nachsehen musst, nämlich in der AIP VFR der DFS und in den Nachrichten für Luftfahrer, und nicht auf einem Kartenbildschirm.

Was die Platzrunden-Ebene nicht kann

Diese Liste ist der eigentliche Grund, warum es diesen Beitrag gibt. Wenn du weißt, was fehlt, kannst du die Anzeige richtig einordnen.

GrenzeBedeutung im Cockpit
Keine Angabe zu Links- oder RechtsverkehrDie Umlaufrichtung steht in unserem Datensatz an keiner Linie. Du siehst den Verlauf, nicht die Drehrichtung. Woher du sie bekommst, steht im nächsten Abschnitt.
Keine Zuordnung zur BahnrichtungDie Linien tragen keine Bahnkennung. Es gibt deshalb keine Anzeige nur für die aktive Bahn, und auch keine windabhängige Auswahl der passenden Runde.
Keine Lärmschutzrouten und keine SonderverfahrenAlle Runden sind als Standard geführt. Abweichende Lärmschutzverfahren sind nicht als eigene Kategorie enthalten.
Keine getrennten Runden nach LuftfahrzeugartSegelflug, Hubschrauber und Ultraleicht haben keine eigene Kategorie im Datensatz. Einzelne Kartentexte wie GLIDER sind Rohtext, kein auswertbares Merkmal.
Kein AIRAC-TaktAnders als die Luftfahrtdatenbank folgen die Platzrunden keinem 28-Tage-Zyklus. Sie werden über einen eigenen Stand aktualisiert.
Nicht zur Navigation freigegebenDer Datensatz ist als visuelle Orientierung gekennzeichnet, nicht als Navigationsgrundlage.
Kein Antippen für DetailsDie Linien öffnen kein Infofenster mit Höhe, Richtung und Bahn. Was du siehst, ist die Linie und das Höhenschild.
Abdeckung endet in Europa frühDer KEYVAN-Abzug deckt Deutschland und Frankreich ab, zusammen 470 Flugplätze. Der ältere Bestand ergänzt rund 160 weitere deutsche Plätze, Österreich (rund 50) und die Schweiz (rund 39) sowie einzelne Plätze in Tschechien, den Niederlanden, Luxemburg und Ungarn. Für die übrigen europäischen Länder gibt es derzeit keine Platzrunden.

Ich schreibe das lieber selbst hier hin, als dass es dir im Anflug auffällt.

Wie prüfst du eine Platzrunde richtig?

Die Anzeige in der App ist ein Vorschaubild, die Vorbereitung machst du woanders. Fünf Schritte, die sich bewährt haben:

  1. Sichtanflugkarte des Platzes lesen. Dort stehen Verlauf, Höhe und Umlaufrichtung verbindlich. Für Deutschland ist das die AIP VFR, dazu die Bekanntmachungen in den Nachrichten für Luftfahrer.
  2. Umlaufrichtung ausdrücklich klären. Ist keine andere Regelung getroffen, gilt nach SERA.3225 die Linkskurve. Rechtsverkehr gilt dort, wo er veröffentlicht ist, und außerdem dann, wenn die Flugverkehrskontrolle ihn im Einzelfall anweist. Beides steht nicht in der Kartenanzeige.
  3. Platzrundenhöhe gegen die Karte prüfen, und dabei auf den Bezug achten. Die verbreitete Faustzahl von 1.000 Fuß über Grund ist eine Faustzahl, keine Regel. Die Werte in unserem Datenbestand sind dagegen Höhen über NN, wie auf der Sichtanflugkarte. Die häufigsten sind dort 1.000, 1.200, 2.000, 900 und 2.500 Fuß, gezählt je Flugplatz. Vergleich die beiden Zahlen nie direkt miteinander: Auf einem Platz auf 1.500 Fuß Platzhöhe bedeuten 2.500 Fuß über NN gerade einmal 1.000 Fuß über Grund. Was gilt, steht auf der Karte, zusammen mit dem Bezug.
  4. Betriebszeiten, Frequenz und örtliche Besonderheiten nachsehen. Segelflugbetrieb, Windenstart oder Fallschirmsprungbetrieb ändern den Anflug mehr als jede Linie auf der Karte.
  5. Bei Unsicherheit vorher anrufen. An kleinen Plätzen ist der Anruf bei der Flugleitung schneller als jede Recherche, und er beantwortet genau die Fragen, die keine Datenbank kennt.

Wenn du die amtlichen Kartenblätter digital am Tablet brauchst, gibt es dafür spezialisierte Anbieter. Die App Platzrunde.DE etwa liefert nach eigenen Angaben die VFR-AIP-Karten für Deutschland und Frankreich, wobei die Karten dem Copyright der DFS unterliegen. Das ist ein anderes Produkt als eine gezeichnete Kartenebene, und je nachdem, was du suchst, ist es das passendere. Den Unterschied zwischen lizenzierten Kartenblättern und einer aus Daten gezeichneten Karte haben wir im Beitrag zur digitalen ICAO-Karte ausführlich aufgeschlüsselt.

Warum überhaupt eine Platzrunde in der App?

Weil sie genau eine Sache gut kann: dir vor dem Einflug in die Platzrunde ein räumliches Bild geben. Du siehst, ob der Gegenanflug über der Stadt liegt oder über dem Feld, ob die Runde eng am Platz klebt oder weit ausholt, und wo du sinnvollerweise in den Verkehr einfädelst. Auf EDMZ mit 660 Metern Gras ist das eine andere Geometrie als an einem Verkehrslandeplatz mit langer Hartbahn, und dieser Unterschied ist auf einer Karte in einer Sekunde erfasst.

Das ergänzt die Kartenlektüre, es ersetzt sie nicht. Genau so ist die Funktion gebaut, und genau so ist sie im Datensatz gekennzeichnet. Wie sich diese Datenebene in die übrige Luftfahrtdatenlage einfügt, steht in unserem Überblick zur Navigations-App für Piloten.

Häufige Fragen

Wie hoch ist die Platzrunde? Die Platzrundenhöhe steht auf der Sichtanflugkarte des jeweiligen Platzes und ist von Platz zu Platz verschieden. Die oft genannten 1.000 Fuß über Grund sind ein verbreiteter Wert, aber keine allgemeine Vorgabe. In unserem eigenen Kartendatenbestand reichen die eingetragenen Werte von 600 bis 3.900 Fuß, und zwar als Höhe über NN, nicht über Grund. Genau deshalb gehört die Höhe an der Karte geprüft und nicht am Bildschirm.

In welche Richtung wird die Platzrunde geflogen? Nach SERA.3225 sind Richtungsänderungen beim Landeanflug und nach dem Start in Linkskurven auszuführen, sofern nicht eine andere Regelung getroffen ist oder die Flugverkehrskontrolle etwas anderes anweist. Rechtsverkehr gilt also dort, wo er veröffentlicht ist, und dort, wo er im Einzelfall angewiesen wird. Diese Angabe entnimmst du der Karte und dem Funk, nicht der App.

Ist die Platzrunde verbindlich? Die nach § 22 LuftVO getroffene und in den Nachrichten für Luftfahrer bekannt gemachte Regelung ist nach § 23 Abs. 1 Nr. 1 LuftVO zu beachten, und ein Verstoß dagegen ist nach § 44 Abs. 1 Nr. 19 LuftVO eine Ordnungswidrigkeit. Maßgeblich ist der Text der Bekanntmachung für den konkreten Platz.

Was gilt, wenn für einen Platz keine Platzrunde veröffentlicht ist? Dann greift die Grundregel aus SERA.3225: Verkehr beobachten, einfügen oder erkennbar heraushalten, Linkskurven fliegen, sofern die Flugverkehrskontrolle nichts anderes anweist. Mindestsicherheitshöhen und Lärmschutz bleiben zu beachten. An unbekannten Plätzen ist eine Einweisung durch Ortskundige der sicherste Weg.

Funktionieren die Platzrunden ohne Internet? Ja. Sie sind Teil des Offline-Länderpakets. Nach dem Herunterladen eines Landes bleiben sie zusammen mit Karte, Lufträumen und Flugplatzdaten ohne Empfang verfügbar.

Für welche Länder gibt es Platzrunden? Der KEYVAN-Vektorabzug deckt Deutschland und Frankreich ab, zusammen 470 Flugplätze. Daneben zeichnet dieselbe Ebene einen älteren, selbst gepflegten Bestand: rund 160 weitere deutsche Plätze, Österreich (rund 50), die Schweiz (rund 39) und einzelne Plätze in Tschechien, den Niederlanden, Luxemburg und Ungarn, allerdings weniger dicht und ohne den Herkunftsvermerk. Für alle übrigen europäischen Länder gibt es derzeit keine Platzrunden. Die übrigen Luftfahrtdaten wie Lufträume, Flugplätze und Meldepunkte decken deutlich mehr Länder ab, die Platzrunden sind die schmalste Datenebene.

Fazit

Die Platzrundenanzeige ist eine Orientierungshilfe, und als solche ist sie gut: echte Kartengeometrie, roh übernommen, mit der originalen Kartenschrift und offline verfügbar. Sie ist keine Freigabe, keine amtliche Veröffentlichung und keine Aussage über die Umlaufrichtung. Wer diese beiden Dinge auseinanderhält, fliegt mit ihr besser vorbereitet an. Wer sie verwechselt, hat ein Werkzeug für etwas benutzt, wofür es nicht gebaut ist.

Deshalb steht der Satz, mit dem unser eigener Datensatz jede Linie ausliefert, auch am Ende dieses Beitrags: Platzrunden dienen der visuellen Orientierung und ersetzen keine amtliche Veröffentlichung.

Wenn du dir das im Cockpit selbst ansehen willst, kannst du EuroPilot Connect 30 Tage kostenlos testen.