Digitale ICAO-Karte: die VFR-Karte in der App
Kurz gesagt: Der Begriff digitale ICAO-Karte meint zwei verschiedene Produkte. Das eine ist die amtliche ICAO-Karte 1:500.000 als lizenziertes Kartenblatt, das du in einer App dazukaufst. Das andere ist eine Karte, die eine App aus Luftfahrtdaten selbst zeichnet und dabei der ICAO-Optik nachempfunden ist. Beide zeigen dieselbe Luftfahrtwelt, aber sie altern unterschiedlich und kosten unterschiedlich.
Wer „digitale ICAO-Karte“ in die Suche tippt, will meistens eine ganz praktische Sache: die vertraute Karte vom Knieblock auch auf dem Tablet haben. Was dabei selten jemand dazusagt: Du bekommst je nach Anbieter zwei grundverschiedene Dinge unter demselben Wort.
EuroPilot Connect ist aus dem Sport- und Segelfliegerclub Bad Waldsee-Reute heraus entstanden, zu Hause auf EDMZ, 660 Meter Gras, Bahn 14/32, nicht am Reißbrett einer Softwarefirma. Viele im Team haben eine Pilotenlizenz, geflogen und erprobt wird auf Bristell LSA, Comco Ikarus C42 C und Robin DR400, also quer über Ultraleicht und Echo-Klasse. Ich habe die App selbst gebaut, neutral bin ich also nicht. Unsere App gehört in die zweite Kategorie. Wie diese zweite Kategorie aussieht, wenn man sie ernst nimmt: 4.724 Pisten an 3.784 Flugplätzen aus 60 Ländern, 1.321 Platzrunden mit Richtung und Höhe, 952 Meldepunkt-Routen, Luftraumdaten für 36 europäische Länder, alles im AIRAC-Takt. Was dieser Beitrag dir gibt, ist der Unterschied zwischen den beiden Kartenarten und volle Transparenz darüber, was unsere Karte ist und was sie nicht ist.
Was ist eine digitale ICAO-Karte?
Eine digitale ICAO-Karte ist eine VFR-Luftfahrtkarte im ICAO-Stil, die du auf einem Bildschirm statt auf Papier liest. Der ICAO-Stil ist dabei kein Marketingwort, sondern eine Konvention: gelbe Bebauung, blaue und magentafarbene Luftraumsignaturen, Geländefarben nach Höhenstufen, Funkfeuer, Meldepunkte, Hindernisse mit Höhenangabe.
Die amtliche deutsche Ausgabe gibt die DFS Deutsche Flugsicherung heraus. Die Ausgabe 2026 der ICAO-Karte 1:500.000 hat die DFS für den 19. März 2026 angekündigt. Sie hat gegenüber dem Vorjahr eine verbesserte Topografie und Farbgestaltung bekommen, unbefestigte Pisten sind zur besseren Sichtbarkeit wieder hell unterlegt, die militärischen Tieffluggebiete sind laut DFS zuletzt in der Ausgabe 2009 enthalten gewesen und werden 2026 wieder vollständig dargestellt, und die Segelflugausgabe ist konsequent metrisch. Die DFS produziert die Karte inzwischen aus einem digitalisierten Geoinformationssystem nach ICAO Annex 4 und der Durchführungsverordnung (EU) 2017/373. Sie weist im selben Text darauf hin, dass es durch diese Umstellung an einigen Stellen zu Überlappungen von Symbolen kommt.
Wichtig ist der letzte Satz: Auch die Papierkarte ist am Ursprung längst ein digitales Produkt. Der Unterschied zwischen Papier und App liegt nicht in der Herkunft der Daten, sondern darin, was du auf dem Tablet damit machen darfst und wie oft sie sich erneuert.
Warum heißen zwei verschiedene Dinge „digitale ICAO-Karte“?
Weil zwei völlig unterschiedliche Wege zu einem sehr ähnlichen Bild führen.
Weg 1: die lizenzierte Kartenausgabe. Ein Kartenverlag digitalisiert die amtliche ICAO-Karte oder gibt eine eigene VFR-Karte im gleichen Maßstab heraus und verkauft sie als Zusatzprodukt für Apps. Rogers Data etwa vertreibt seine VFR-Karten in den Maßstäben 200k, 500k und 1000k als lizenzierbare Layer für fremde Apps und schreibt selbst, man könne die Karten einer bestehenden ForeFlight-Subscription hinzufügen. Du bekommst auf diesem Weg das Kartenbild des jeweiligen Herausgebers, gegen eine zusätzliche Lizenz.
Weg 2: die gerenderte Karte. Eine App zeichnet die Karte selbst aus Luftfahrtdatenbanken: Lufträume als Geometrien, Flugplätze als Koordinaten mit Frequenzen, Navaids, Meldepunkte, Pisten, Gelände als Höhenmodell. Heraus kommt ein Kartenbild in ICAO-ähnlicher Farbgebung, das aber kein Abbild eines Kartenblatts ist, sondern eine eigene Zeichnung derselben Wirklichkeit.
| Lizenzierte ICAO-Kartenausgabe | Gerenderte Karte aus Luftfahrtdaten | |
|---|---|---|
| Ursprung | amtliches oder verlegtes Kartenblatt | Luftfahrtdatenbank plus eigene Zeichenregeln |
| Optik | identisch zur Papierkarte | ICAO-angelehnt, nicht deckungsgleich |
| Aktualisierung | mit der Kartenausgabe des Herausgebers, bei der amtlichen deutschen Karte jährlich, bei Verlagskarten beim Anbieter erfragen | mit dem Datensatz, im AIRAC-Takt von 28 Tagen |
| Zoom | stufenlos im Rahmen der gelieferten Kachelstufen, die Beschriftung ist Teil des Kartenbildes | stufenlos, die Beschriftung wird bei jedem Zoom neu gesetzt |
| Ebenen ausblenden | nein, das Blatt ist ein Bild | ja, jede Datenart einzeln |
| Kosten | Grundapp plus Kartenlizenz | im Preis der App enthalten |
| Herausgeber | amtliche Ausgabe der DFS oder Karte eines Verlags, jeweils das Original-Kartenbild | die App zeichnet selbst, es gibt kein Kartenblatt eines Herausgebers |
Diese Tabelle ist der ganze Kern des Themas. Wenn dir jemand eine digitale ICAO-Karte anbietet, ist die einzige sinnvolle Rückfrage: Welche der beiden Spalten meinst du?
Was steht auf der ICAO-Karte 1:500.000 drauf?
Die ICAO-Karte 1:500.000 ist die Standardkarte für den VFR-Streckenflug in Deutschland. Ein Zentimeter auf der Karte entspricht fünf Kilometern in der Landschaft. In diesem Maßstab passt der Kompromiss, um den es beim Kartenlesen im Cockpit geht: genug Landschaft für die Orientierung, genug Platz für Luftraumgrenzen und Höhenangaben.
Darauf findest du unter anderem:
- Luftraumstruktur mit Klassifizierung sowie Ober- und Untergrenzen
- Flugplätze aller Art mit Kennung, Pistenrichtung, Platzhöhe und Frequenz
- Funknavigationsanlagen wie VOR, NDB und DME
- Meldepunkte für Ein- und Ausflug, an kontrollierten Plätzen ebenso wie an RMZ, TMZ und unkontrollierten Plätzen
- Hindernisse mit Höhe über Grund und über MSL
- Gelände in Höhenstufen eingefärbt, dazu Höchsterhebungen je Feld
- Beschränkungs-, Sperr- und Gefahrengebiete mit ihrer Kennung
- Militärische Tieffluggebiete, in der Ausgabe 2026 laut DFS wieder vollständig
Diese Liste ist auch der Prüfmaßstab für jede App. Eine Karte, die eine dieser Ebenen gar nicht kennt, ersetzt die ICAO-Karte nicht, egal wie ähnlich sie aussieht.
Darf ich im Flug eine App statt der Papierkarte benutzen?
Elektronische Karten sind im VFR-Flug in Europa verbreitet und gängige Praxis. Was die Vorschrift dir abverlangt, ist allerdings nicht ein bestimmtes Trägermedium, sondern Vorbereitung: Nach SERA.2010(b) im Anhang der Verordnung (EU) Nr. 923/2012 hat sich der verantwortliche Pilot vor Beginn eines Flugs mit allen verfügbaren Informationen vertraut zu machen, die für den beabsichtigten Flugbetrieb von Belang sind. Für Flüge, die über die Umgebung eines Flugplatzes hinausgehen, und für alle Flüge nach Instrumentenflugregeln gehört dazu ausdrücklich die sorgfältige Zurkenntnisnahme der verfügbaren aktuellen Wetterberichte und -vorhersagen, wobei Kraftstoffanforderungen und ein alternativer Flugverlauf zu berücksichtigen sind.
Daraus folgen zwei Dinge, die im Streit um Papier gegen Tablet oft untergehen:
- Aktualität schlägt Trägermedium. Eine veraltete App ist genauso wenig eine geeignete Grundlage wie eine veraltete Papierkarte.
- Ausfall ist deine Sache. Ein Tablet kann heiß werden, der Akku kann leer sein, die App kann abstürzen. Wer nur ein einziges Gerät dabei hat, hat keinen Plan B. Viele Piloten führen deshalb weiterhin die Papierkarte oder ein zweites Gerät mit.
Rechtsverbindlich beantwortet dir die Frage nach der Mitführpflicht nur die für deinen Flug zuständige nationale Regelung, in Deutschland über die Luftverkehrs-Ordnung, die Nachrichten für Luftfahrer des Luftfahrt-Bundesamts und die von der DFS herausgegebene AIP. Ich gebe hier keine Rechtsauskunft, sondern sage dir, welche Frage du stellen musst.
Wie rendert EuroPilot Connect die Karte?
Jetzt der Teil, bei dem ich Partei bin. Deshalb Zahlen statt Behauptungen.
EuroPilot Connect enthält keine lizenzierte ICAO-Kartenausgabe. Wir zeichnen die Karte selbst aus Luftfahrtdatenbanken, mit einem eigenen, an die ICAO-Konventionen angelehnten Farbsystem und einem ICAO-Kartenmodus, der der offiziellen 1:500.000-Optik nahekommt. Nahekommt, nicht entspricht. Wer die amtliche Kartenausgabe pixelgenau auf dem Tablet braucht, ist bei einem Kartenverlag besser aufgehoben als bei uns.
Was dabei konkret auf dem Schirm liegt:
- Die Grundkarte kommt aus selbst gehosteten Protomaps-Vektorkacheln für 25 europäische Länder, ausgeliefert von unserer eigenen Infrastruktur statt von einem fremden Kartendienst.
- Die Geländeschummerung liegt als vorgebackene statische Kachel unter den Luftfahrtdaten, damit das Gerät im Flug keine Höhendaten dekodieren muss.
- Die Luftfahrtdatenbank darüber zeichnet Flugplätze jedes Typs mit Frequenz und Platzhöhe, Navaids als VOR, NDB, DME und VORTAC, Pistengeometrie maßstabsgetreu mit Bezeichner, sowie Pflichtmeldepunkte und nicht meldepflichtige VFR-Meldepunkte, dazu detaillierte OpenStreetMap-Grundrisse der Flugplätze.
- Die Luftraumdarstellung umfasst CTR, TMA und CTA, FIR und UIR, Beschränkungs-, Sperr- und Gefahrengebiete, TMZ, RMZ, Segelfluggebiete und ATZ, jeweils mit Klassifizierung, Ober- und Untergrenze und farbiger Füllung. Ein Höhenfilter reduziert die Darstellung auf deine gewählte Höhe.
- Die Platzrunden stammen dort, wo es sie gibt, aus der Geometrie amtlicher Sichtanflugkarten der DFS, sonst aus berechneten Rechteckrunden, jeweils mit Links- oder Rechtsverkehr und Platzrundenhöhe.
- IFR-Ebenen mit Luftstraßen, Wegpunkten und ILS lassen sich über einen VFR/IFR-Schalter zuschalten, dazu eine Hindernisebene für die Strecke.
- NOTAM erscheinen im geografischen Zusammenhang entlang der Route.
- Offline lädt ein Tipp auf ein Land Karte, Gelände, Flugplätze, Lufträume, Navaids, Pisten, Meldepunkte, Platzrunden und Flugplatzkarten aufs Gerät.
Der Punkt, an dem sich der gerenderte Weg auszahlt, ist die Aktualität. Die Luftfahrtdaten folgen dem AIRAC-Zyklus mit 28 Tagen und ziehen bei einem neuen Zyklus vom Server nach, ohne dass du eine neue Kartenausgabe kaufst oder ein App-Update installierst.
Woher unsere Luftfahrtdaten kommen
Der Datenbestand kommt primär von KEYVAN Aviation über eine kommerzielle ARINC-424-Lizenz, ergänzt durch openAIP und open flightmaps. KEYVAN ist einer von sieben Betrieben, die in der EASA-Liste der zugelassenen ATM/ANS-Organisationen ein Zertifikat für Datendienste (DAT) tragen; Stand der Liste ist der 2. Juli 2026, KEYVANs Zertifikat läuft unter EASA.AOA.DAT.033 als Typ 1. Nach eigenen Angaben wertet KEYVAN dafür AIP, AIC und NOTAM aus 195 Ländern aus, deckt über 32.000 Flugplätze und 42.000 Bahnen ab und liefert im ARINC-424-Format im AIRAC-Takt.
Zwei Sätze zur Einordnung, damit daraus kein falscher Eindruck entsteht. Das Zertifikat gilt dem Datenlieferanten und seinem Prozess, nicht unserer App: EuroPilot Connect ist kein zugelassenes Avioniksystem und ersetzt keine zertifizierte Bordausrüstung. Und Typ 1 heißt, dass die Datenbank die Datenqualitätsanforderungen erfüllt, ohne dass die Verträglichkeit mit einer bestimmten zugelassenen Bordanwendung festgestellt wurde.
Was kann eine gerenderte Karte besser, was nicht?
Ehrlich sortiert, in beide Richtungen.
Besser:
- Ebenen an und aus. Du kannst Hindernisse, IFR-Daten oder Platzrunden ausblenden. Ein Kartenblatt ist ein Bild, da bleibt alles drauf.
- Höhenfilter. Die Darstellung lässt sich auf deine geplante Höhe reduzieren. Das entrümpelt die Karte genau dort, wo sie im Flug unlesbar wird.
- Nachziehen im 28-Tage-Takt statt im Takt der Kartenausgabe.
- Beschriftung, die mitwächst. Beim gerenderten Weg wird der Text bei jedem Zoom neu gesetzt, statt als Teil des Kartenbildes mitvergrößert zu werden.
- Anfassbar. Im 3D-Luftraum öffnet ein Antippen die Details des Volumens, und eine Frequenz auf der Karte lässt sich antippen und an ein verbundenes Funkgerät senden.
Nicht besser:
- Es ist nicht das amtliche Kartenbild. Wenn Ausbildung, Prüfung oder Vereinsstandard genau dieses Bild verlangen, brauchst du genau dieses Bild.
- Die Darstellung ist nur so gut wie der Datensatz. Was in der Quelle fehlt, fehlt auf dem Schirm, und du siehst es der Karte nicht an.
- Vertrautheit kostet. Ein leicht anderes Farbschema liest sich in den ersten Flügen langsamer als die Karte, die du seit der Ausbildung kennst.
- Ein Bildschirm ersetzt keinen Blick nach draußen. VFR heißt Sicht. Die Karte ist die zweite Meinung.
Woran erkennst du, ob deine Kartendaten aktuell sind?
Stell deiner App am Boden drei Fragen, bevor du ihr im Flug vertraust.
Welcher Stand liegt auf dem Gerät? Eine App, die dir den AIRAC-Zyklus oder wenigstens ein Datum des letzten Abgleichs nennt, gibt dir eine überprüfbare Antwort. Eine App, die das verschweigt, verlangt Vertrauen ohne Beleg.
Was passiert im Funkloch? Offline heißt nicht, dass alles offline ist. Geometrie liegt meist auf dem Gerät, NOTAM und Wetter zeigen im Zweifel den Stand des letzten Abrufs.
Welche Ebene fehlt? Nimm eine Gegend, die du im Schlaf kennst, etwa den Bodensee um Friedrichshafen (EDNY) mit der Kontrollzone und der nahen Schweizer Grenze, und lege die Darstellung deiner App neben die aktuelle ICAO-Karte. Nicht um die App zu prüfen, sondern um zu wissen, wo ihr Bild anders aussieht als das Bild in deinem Kopf.
Die 28 Tage des AIRAC-Zyklus sind dabei nur der Takt für die planbaren Änderungen. NOTAM und Wetter ändern sich laufend und müssen vor jedem Flug frisch bezogen werden.
Die App ist nativ für iOS gebaut und seit dem 5. August 2026 im App Store, hier geht es zum Download; auf Apple-Silicon-Macs läuft dieselbe App über Mac Catalyst mit. Eine Android-Version ist in Entwicklung und heute noch nicht nutzbar. Die Lizenz kostet 99 Euro im Jahr für bis zu drei Geräte, wird auf der Website abgeschlossen, und die ersten 30 Tage sind kostenlos.
Häufige Fragen
Was ist eine digitale ICAO-Karte? Eine digitale ICAO-Karte ist eine VFR-Luftfahrtkarte im ICAO-Stil auf einem Bildschirm. Der Begriff wird für zwei verschiedene Produkte benutzt: für die lizenzierte Ausgabe eines amtlichen oder verlegten Kartenblatts als Zusatzlayer in einer App, und für eine Karte, die eine App selbst aus Luftfahrtdaten in ICAO-ähnlicher Optik zeichnet.
Ist die ICAO-Karte in jeder Flug-App enthalten? Nein. Manche Apps rendern ihre eigene Karte und enthalten gar keine lizenzierte Kartenausgabe. Andere bieten die amtliche Karte als kostenpflichtiges Zusatzprodukt an. Kartenverlage wie Rogers Data verkaufen ihre digitalen VFR-Karten ausdrücklich als Lizenzen für fremde Apps.
Wie oft erscheint die ICAO-Karte 1:500.000? Die DFS gibt die deutsche ICAO-Karte 1:500.000 als Jahresausgabe heraus; die Ausgabe 2026 hat sie für den 19. März 2026 angekündigt. Digitale Luftfahrtdaten in Apps folgen dagegen dem AIRAC-Zyklus von 28 Tagen.
Darf ich statt der Papierkarte nur mit dem Tablet fliegen? SERA.2010(b) verlangt, dass du dich vor dem Flug mit allen verfügbaren relevanten Informationen vertraut machst, schreibt aber kein Trägermedium vor. Ob und wie eine Papierkarte mitzuführen ist, richtet sich nach der nationalen Regelung deines Flugs. Unabhängig davon ist ein Ausfallplan für Akku, Hitze und Absturz der App eine praktische Notwendigkeit.
Was ist der AIRAC-Zyklus? AIRAC steht für Aeronautical Information Regulation And Control. Planbare Änderungen der Luftfahrtinformationen werden weltweit zu festen Terminen im Abstand von 28 Tagen wirksam. Apps, die ihre Daten in diesem Takt nachziehen, sind schneller aktuell als eine jährliche Kartenausgabe.
Sieht die gerenderte Karte genauso aus wie die amtliche ICAO-Karte? Nein, sie kommt ihr nahe. Eine gerenderte Karte benutzt ein eigenes, an die ICAO-Konventionen angelehntes Farb- und Symbolsystem. Wer das amtliche Kartenbild exakt braucht, braucht die lizenzierte Kartenausgabe.
Funktioniert eine digitale ICAO-Karte ohne Internet? Nur so weit, wie sie vorher aufs Gerät geladen wurde. Karte, Gelände und Luftfahrtgeometrie lassen sich offline vorhalten. Live-Daten wie NOTAM und Wetter zeigen im Funkloch den Stand des letzten Abrufs.
Fazit
Die wichtigste Erkenntnis zum Thema steht nicht in einer Funktionsliste, sondern in einer Rückfrage. Wenn dir jemand eine digitale ICAO-Karte verkauft, frag nach, ob du ein Kartenblatt bekommst oder eine Zeichnung aus Daten. Beides ist legitim, beides hat seinen Platz, und beides kostet unterschiedlich viel Geld und altert unterschiedlich schnell.
Für die Ausbildung und für alle, die genau das vertraute Kartenbild brauchen, ist die lizenzierte Ausgabe der ehrlichere Kauf. Für Piloten, die Ebenen filtern, offline fliegen und im 28-Tage-Takt aktuelle Daten wollen, ist die gerenderte Karte der praktischere Weg. Wir haben uns aus genau diesem Grund für den zweiten entschieden, und ich sage dir lieber offen, was das kostet, als so zu tun, als gäbe es den Unterschied nicht.
Worauf es bei einer Navigations-App über die Karte hinaus ankommt, steht in Navigationsapp für Piloten. Wie die Karte im Flug ausgerichtet sein sollte, in Moving Map im Cockpit, und was davon ohne Empfang auf dem Gerät liegen muss, in der Offline-Flugnavigation.